Die Ausstellung „Aspects of Pop Art" in der Galerie Gmurzynska behandelt eine der wichtigsten und einflussreichsten Kunstrichtungen des 20. Jahrhunderts. Kern der Ausstellung sind Arbeiten der bedeutendsten Pop Art Künstler wie Robert Indiana, Jasper Johns, Andy Warhol und Tom Wesselmann.
Daneben werden in der Galerie Gmurzynska am Paradeplatz, Zürich aber auch Vorläufer und Nachfolger präsentiert, die sich in ganz unterschiedlicher Weise mit „Aspekten der Pop Art" auseinandergesetzt haben. Die Auswahl und Präsentation der Werke eröffnet neue Bezüge und enthüllt bisher unentdeckte Facetten der Pop Art.
.So hat das Aquarell „Le Baiser" (1923) von Robert Delaunay Ähnlichkeiten mit den Formen und Farben der Werke von Tom Wesselmann oder auch mit Will Cottons jüngsten Zeichnungen von zuckersüßen Frauen im „Candyland".
„Aspects of Pop Art" betont zudem den weitreichenden Einfluss von Collagen der 20er Jahre auf spätere Werke der Pop Art. Werke von Kurt Schwitters, Piotr Stepanovich Galadzhev oder Paul Joostens oder machen deutlich, dass diese Avantgarde-Künstler die Grundlagen für zahlreiche Entwicklungen der Pop Art gelegt haben. So brachte die Verwendung von Schrift und Zeichen in Collagen der Avantgarde eine neue Sprache in die Kunst, welche einen direkten Einfluss auf die Meisterwerke von Robert Indiana und die raren Zeichnungen des wichtigsten Pop Art Vertreter der Westküste, Ed Ruscha, hatte. Die Verbindung von Text und Bild veränderte die Perspektive der Kunst, was ebenfalls in Jasper Johns Werken zu erkennen ist. Weiter zeigt die Ausstellung Collagen von Anatol Brusilovsky, einem der bedeutendsten russischen Künstler der Sowjetzeit. Obwohl Brusilovsky unter dem wachsamen Auge des Regimes arbeitete, gelang es ihm bahnbrechende Collagen zu schaffen.
Gleichzeitig wird eine Auswahl an selten ausgestellten Aktgemälden von David Smith gezeigt. In den Anfangsjahren der Pop Art entstanden zeigen sie die zentrale Bedeutung von Zeichnung und Linie für diese Kunstrichtung. Ausgestellt neben den Steel Cuts von Tom Wesselmann und einer Andy Warhol Zeichnung (Isabelle Adjani, 1986), wird die enge und einflussreiche Verwandtschaft mit den Arbeiten von David Smith deutlich.
In der Zeit, in der Pop Art eine maßgebliche Kunstrichtung wurde, zeigen auch Fernando Boteros Werke eine Verwandtschaft mit dieser Richtung, den Humor und den Spaß für den Pop steht, ohne auf eine gewisse Portion Sozialkritik zu verzichten. Der Aspekt des Humors und des Spaßes ist ebenfalls klar in Alexander Calders Skulptur La Danseuse (1976) zu erkennen. Diese Skulptur ist tief verwurzelt mit der Pop Art, aber nicht ohne sich über sie lustig zu machen. Dies ist auch in der Arbeit von Karl Lagerfeld zu erkennen, der die traditionelle Ikonografie der Pop Art für Portraits nutzte, um die Darstellung von Gefühlen mit Humor zu würzen.
Pop Art der 60er Jahre war die einflussreichste Bewegung für Künstler der letzten 40 Jahre. Die Ausstellung der Galerie zeigt genau dies bis hin zu jüngsten Entwicklungen bei zeitgenössischen jungen Künstlern. Werke von Ronnie Cutrone, Andy Warhols Assistent der 70er Jahre, halfen eine neue Definition der Neo-Pop Bewegung in den 80er Jahren zu schaffen. Cutrones Kunst greift auf die Grundsätze seiner Vorgänger zurück, passt sie aber seinen Bedürfnissen und Vorstellungen an. Der Andy Warhol seiner Generation, Jani Leinonen, zeigt Übermalungen kommerzieller Produkte um so den Einfluss zu enthüllen, welchen das Marketing und die Gesellschaft auf das tägliche Leben des Betrachters haben. Leinonen wird Finnland bei der 53. Biennale in Venedig vertreten.