Louise Nevelson

Skulpturen und Collagen

Zürich
Juni 1 - Sept 1, 2007

Die Galerie Gmurzynska ist erfreut, die Skulpturen und Collagen von Louise Nevelson (1899-1988) – der Grand Dame der Amerikanischen Kunst der Nachkriegszeit – präsentieren zu können. Nevelson wurde als Leah Berliawsky im zaristischen Russland geboren, wo sie lebte, bis sie von Kiev in die USA emigrierte. Nachdem sie bis zu ihrem 19. Lebensjahr in Maine gelebt hatte, begann sie ihrem heroischen Bestreben als Künstlerin nachzugehen. Während ihrer Laufbahn studierte sie bei angesehenen Künstlern wie Hans Hofmann in München und Diego Rivera in New York, wo sie lebte und arbeitete. Diese Ausstellung ihrer Skulpturen und Collagen der sechziger und siebziger Jahre ist einzigartig, denn viele ihrer Arbeiten werden erstmalig öffentlich gezeigt.

Nevelsons künstlerische Entwicklung ist besonders interessant, da sie sich nicht den feministischen Ansätzen anderer Künstlerinnen anpasste, die während der Sechziger und Siebziger Jahre prominent wurden. Ihre Skulpturen stehen in der männlichen Tradition der Konstruktion: Sie setzen sich aus hölzernen Fragmenten von Türen, Spindeln, zerborstenen Stühlen zusammen, die oftmals aufgefunden wurden, nachdem sie von Schreinern ausrangiert, oder aber von Freunden der Künstlerin gebracht wurden.

Erst als sie sich ihrem 60. Lebensjahr näherte, wurde ihr Einfluss auf die Amerikanische Kunst mit drei entscheidenden Ausstellungen gewürdigt, die ihren bedeutenden Beitrag zur Kunst kennzeichneten. 1959 wurde Nevelson eingeladen an der Ausstellung "16 Americans" im MOMA teilzunehmen. Wenige Jahre darauf repräsentierte Nevelson 1962 die USA bei der XXXI. Biennale in Venedig. 1967 zeigte das Whitney Museum of American Art schließlich eine Retrospektive ihrer Arbeit.

Heute steht Nevelson wieder im Mittelpunkt des Interesses für Amerikanische Kunst. Die aktuelle Ausstellung "The Sculpture of Louise Nevelson: Constructing a Legend" im Jüdischen Museum, New York und Galerie Gmurzynskas bevorstehende Ausstellung zollt ihrer Arbeit die Aufmerksamkeit eines Publikums in den USA und Europa, wo sie fortwährend als eine der bedeutendsten amerikanischen Bildhauerinnen des 20. Jahrhunderts angesehen wird.

Nevelsons Werk wurde stets mit dem Kubismus und dem Abstrakten Expressionismus verbunden. Neben diesen beiden entscheidenden Stilrichtungen des 20. Jahrhunderts, ist ihre Arbeit tief im Konstruktivismus, Surrealismus und Minimalismus verwurzelt. Anders als die Surrealisten, verbarg sie den Ursprung ihrer "objets trouvés" unter einem Übermaß an schwarzer Farbe, der die zusammengestellten Fundstücke vereinheitlichte. Wenngleich unzählige Assoziationen zu der Farbe Schwarz existieren – Nacht, Tod, Mysterium, das Absolute – betonte Nevelson deren "alchemische" Funktion: das Material Holz galt es in eine andere Substanz zu überführen. Nachdem sie die Fundstücke mit Farbe überdeckt hatte, assimilierte sie diese weiterhin, indem sie die Objekte in unerschöpflichen, neuen Anordnungen und Konstruktionen kombinierte und zusammenfügte. Während ihres künstlerischen Werdegangs wechselte Nevelson die Farbe ihrer Skulpturen von dunkel nach hell; das Ergebnis eines dreistufigen Weges von Schwarz über Weiß nach Gold. In den späten sechziger Jahren schuf Nevelson transparente Plexiglas-Skulpturen: Kleine kristalline Konstruktionen, die Raum, Masse und Licht ununterscheidbar machen.

Die Werkgruppe der Collagen dieser Ausstellung bilden Unikate, jeweils aus unzähligen Materialien, wie Holz, Papier, Karton und Spiegeln, zusammengesetzt. Im Gegensatz zu den schwarzen Skulpturen sind die Collagen nur teilweise schwarz bemalt. Demzufolge wurden die Fragmente nicht vereinheitlicht, sondern sie bewahren ihre ursprüngliche Oberfläche, Textur und Form. Erstmals in der Galerie Gmurzynska zusammengetragen, präsentieren diese Collagen eine Werkgruppe Nevelsons, die bislang relativ unbekannt war. Wir freuen uns, diese Gruppe der Öffentlichkeit zugänglich machen zu können.


Medienmitteilung (PDF 2.1 MB)


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Weiderentdeckung einer Grande Dame Juli 2007
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