In ihrer aktuellen Ausstellung präsentiert die Galerie Gmurzynska Arbeiten in einer neuen Dimension: Arbeiten von Robert Motherwell, Henri Matisse, Yves Klein, Willem de Kooning und Joan Miró in grossen Formaten. Mit ihrer intensiven Farbigkeit treten sie miteinander in Dialog und verleihen den Räumen der Galerie am Paradeplatz eine fesselnde Atmosphäre. In einem spannungsreichen Zusammenspiel entstehen Kontraste und Farbklänge, die die Betrachtenden in Bann ziehen.
Die „Arabesque" von Robert Motherwell entstand in den 1980er Jahren als Auftragsarbeit von General Electrics, die ihre Eingangshalle künstlerisch gestalten wollten. Motherwell konzipierte die Arbeit entgegen der Angaben der Firmenleitung als rhythmische Weiterführung seiner „Spanischen Elegien" und als Hommage an „La Danse" von Matisse. Die Zusammenarbeit führte zu persönlichen Konflikten zwischen dem Künstler und GE, so dass das Bild lediglich für einen kurzen Fototermin im Foyer platziert wurde.
Motherwells „Arabesque" tritt auch in der Ausstellung XXL in einen spannungsvollen Dialog mit Matisse. Seine Seriegraphie „L'Océanie - Le Ciel" nimmt die dynamischen Bewegungen des Meeres spielerisch auf. Der Siebdruck auf ungebleichter Leinen thematisiert die Weite des Ozeans in der für Matisse typischen additiven Komposition.
Die beiden grossformatigen Yves Klein Werke inszenieren den Eventcharakter der Entstehung. Während ANT 125 ein sachliches Abbild eines Körperabdrucks in Lebensgrösse zeigt, offenbaren sich in der bewegten Szenerie des ANT 114 die vielfältigen Möglichkeiten der „mensch-lichen Pinselführung" und der Farb-Orgie.
Miró's „Sobreteixim No. 5" von 1972 zeigt Miró's Liebe zu Objekten, die sich bereits in den frühen 1930er Jahren in seinen Assemblagen und Collagen zeigte. Sobreteixim ist ein altes katalanisches Wort, welches handverar-beitete Stoffstücke, die mit farbigen Stoffresten verwoben werden, umschreibt: eine Rückkehr zu den ländlichen Wurzeln des Künstlers.
Willem de Koonings ‚Untitled' von 1971 zeigt eindrucksvoll de Koonings intensive Suche nach dem idealen künstlerischen Ausdruck. Beeinflusst vom intensiven Licht und der Weite der Landschaft, die de Kooning nach seinem Umzug von New York nach Long Island erlebte, begann er offenere Kompositionen und leichtere Pinselführungen in seine Arbeiten einfliessen zu lassen.